2014-10-18 20:21:28

Synodaler Prozess: Es ist noch nicht vorbei


RealAudioMP3 Das Schlüsselwort zum Abschluss der Synode kam von Papst Franziskus: Lineamenta. Während seiner Rede zum Abschluss der Versammlung der Bischofssynode fügte er diesen vatikanischen Fachbegriff für ein Vorbereitungsdokument in seine Ansprache ein. Der Papst sprach bei der letzten Sitzung der Versammlung, davor hatten die 183 anwesenden Synodenväter über das Schlussdokument abgestimmt. Mit dem Wort „Lineamenta“ machte der Papst deutlich, dass auch dies ein Arbeitsdokument ist, in Vorbereitung auf die Debatte in den Ortskirchen und Bischofskonferenzen und besonders auch in Vorbereitung auf die nächste Synode im Oktober 2015.Auch eine Entscheidung des Papstes macht diesen Charakter deutlich: Papst Franziskus entschied, das gesamte Dokument zu veröffentlichen, so wie es war, auch mit den Abschnitten, die zuvor nicht die formal notwendige Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen bekommen hatten. Er verfügte ebenfalls, dass die Stimmenanzahlen bekannt gegeben werden. Noch am Abend legte der Pressesaal des Vatikans den wartenden Journalisten den abgestimmten Text vor.

Eine Stunde lang waren die 72 Abschnitte einzeln zur Abstimmung gestellt worden. Der Text war bereits am Vormittag vorgelesen worden, eine weitere Debatte gab es nicht. Gegenüber der ersten Zusammenfassung, der so genannten Relatio Post Disceptationem, die am Montag vorgelegt worden war und die für viel Aufsehen gesorgt hatte, war viel am Text geändert worden. Vor allem die ersten beiden Teile waren stark erweitert worden. Die Arbeitsgruppen hatten 470 Änderungsvorschläge gemacht, die - wenn sie sich nicht gegenseitig widersprachen - eingearbeitet werden mussten.

Über den Inhalt dieses Dokumentes wird Sie Radio Vatikan auf dem Laufenden halten. Insgesamt drei Abschnitte bekamen nicht die qualifizierte Mehrheit von über 123 Stimmen, bei zweien ging es um die wiederverheirateten Geschiedenen und beim dritten um die Einstellung gegenüber Homosexualität. Eine Mehrheit der Synodenväter hieß sie gut, aber nicht die notwendige zwei Drittel Mehrheit. Die Entscheidung des Papstes zur Veröffentlichung zeigt aber, dass das Teil der Debatte sein soll, wenn auch der Wille der Bischöfe sich deutlich geäußert hat. Nun geht der synodale Prozess weiter, die Ortskirchen sind am Zug.

Aus der Synodenaula Pater Bernd Hagenkord für Radio Vatikan


(rv 18.10.2014 ord)







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