2017-11-12 13:11:00

D: Hilfswerke zufrieden mit Klimaverhandlungen


Eine gute Nachricht aus Bonn: kirchliche Hilfswerke vermelden eine positive Entwicklung bei den Verhandlungen zum Weltklimagipfel. Aber Vorsicht, die Gespräche gehen noch weiter, es ist erst die Halbzeit vergangen. Das kirchliche Hilfswerk „Brot für die Welt“ sieht vor allem ein „konstruktives Gesprächsklima“. Das Pariser Abkommen könne eine gute Zukunft haben, wenn es so weiter gehe, denn „langsam aber sicher“ würden passende Formulierungen gefunden.

Es sei die „gute Nachricht“ zur Halbzeit des Treffens, „dass alle Staaten, die sich dem Pariser Abkommen verpflichtet fühlen, in Bonn konstruktiv miteinander verhandeln“, erklärte Klimareferentin Sabine Minninger am Samstag. „Langsam aber sicher“ werde das Kleingedruckte formuliert, „mit dem die Spielregeln des Paris-Abkommens endlich verbindlich festgeschrieben werden sollen“.

Klimareferentin: „Reiche Länder kommen armen nicht entgegen“

Als enttäuschend bezeichnete Minninger, „dass die reicheren Staaten den verletzlichsten Ländern beim Thema klimabedingte Schäden und Verluste nicht entgegenkommen“. Arme Länder wie die von verheerenden Stürmen betroffenen Inselstaaten im Pazifik und in der Karibik drängten in Bonn darauf, dem Thema „mehr Gewicht zu verleihen“.

Eine ausreichende Finanzierung für die Behebung von Klimaschäden seitens reicherer Staaten, die die größte Verantwortung für die Erderwärmung trügen, sei nicht in Sicht. „Es wäre erfreulich, wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel kommende Woche in Bonn dafür einsetzen würde, dass der Umgang mit klimabedingten Schäden und Verlusten ganz oben auf die internationale klimapolitische Agenda gesetzt wird.“

Misereor: „Es hakt noch an vielen Stellen“

Am Freitag erklärte das katholische Hilfswerk Misereor, es hoffe auf einen guten Ausgang der Weltklimakonferenz. „Es hakt noch an vielen Stellen, aber ein Scheitern droht nicht“, sagte Expertin Kathrin Schroeder der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Je länger man wartet, desto teurer wird es“, fasste Schroeder die Lage zusammen. Klar sei auch, „dass wir uns von den fossilen Energieträgern verabschieden müssen“. Andernfalls sei es unmöglich, die Vereinbarungen von Paris umzusetzen.

Diskutiert werde derzeit unter anderem über jene Vorgaben, die vor allem die Industrieländer vor 2020 umsetzen müssten, um die Ziele von Paris zu erreichen. Debatten gebe es auch darüber, wie die reicheren die ärmeren Länder bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen können beziehungsweise bei der Behebung der bereits jetzt eingetretenen Schäden infolge des Klimawandels.

UN-Klimagipfel 2017

Der insgesamt zweiwöchige UN-Klimagipfel in Bonn endet am kommenden Freitag. Am Mittwoch geht die Konferenz in die entscheidende Phase. Dann werden zahlreiche Minister sowie Staats- und Regierungschefs in Bonn erwartet.

(pm/kna 12.11.2017 mg)








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