2013-02-23 11:55:46

Kardinal Paul Josef Cordes


Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Paul Josef Kardinal Cordes besonders durch seine Untersuchung zur Rolle der Väter in der modernen Gesellschaft bekannt: Die verlorenen Väter – ein Notruf. Freiburg (Herder) 2002. Cordes war aber auch Präsident des Päpstlichen Rates „Cor Unum“. Als „Caritas-Minister“ äußerte sich auch zur Enzyklika Papst Benedikts XVI. „Caritas in veritate“. Dieses Lehrschreiben gehe weit über Sachprobleme hinaus – es beziehe sich wie keine Sozialenzyklika vor ihr auf den Menschen. Papst Benedikt hebe sehr nachdrücklich hervor, dass die Gesellschaft sich nur über „neue Menschen“ ändern kann, sagte Kardinal Cordes dem Kölner Domradio.

„Es ist das erste Mal, dass eine Sozialenzyklika so deutlich die Akteure, also die Menschen, die verändern sollen, in den Blick nimmt. Es geht nicht nur um Veränderungen der Strukturen – diese Strukturen können ja nur durch neue Menschen verändert werden. Früher hat die Soziallehre der Kirche immer sehr die Sachprobleme in den Vordergrund gestellt, aber der Papst ist realistischer: Wenn die Sachprobleme, wenn Armut, Krieg und Probleme der Bioethik inzwischen erkannt sind, können sie nur bewältigt werden, wenn sich Menschen daran machen. Dieses Neue ist ganz nachdrücklich der Appell an die Menschen guten Willens, diese Probleme in Angriff zu nehmen.“

Dieser Appell stehe ganz klar unter dem Stichwort der Caritas, der christlichen Nächstenliebe, so Cordes.

„Das bedeutet aber, dass der Mensch diese Wahrheit nur erkennen und leben kann, wenn er sich erleuchten lässt von der Liebe, die von Gott kommt. Die Enzyklika hat, vielleicht verstehen das viele draußen in der Welt nicht, einen sehr geistlichen, sehr theologischen Aspekt. Manchmal kommt es einem vor, dass hier eine Moraltheologie gemacht wird. Und das scheint mir sehr realistisch. Man sollte nicht sagen, das hilft ja nichts, sondern man muss im Gegenteil sagen: Erst dann, wenn Menschen andere Perspektiven und andere Impulse bekommen, kann auch die Gesellschaft sich ändern. Das ist ein Appell an die Manager, an die Politiker und auch an die Männer und Frauen der Kirche.“

Biographie

Kardinal Paul Josef Cordes ist am 5. September 1934 in Kirchhundem geboren. Am 21. Dezember 1961 empfing Cordes in Paderborn durch Erzbischof Lorenz Jaeger das Sakrament der Priesterweihe. Papst Johannes Paul II. ernannte Paul Josef Cordes am 11. März 1980 zum Vizepräsidenten des Päpstlichen Rates für die Laien. Am 24. November 2007 nahm ihn Benedikt XVI. als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Lorenzo in Piscibus in das Kardinalskollegium auf. Sein aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch nahm Benedikt XVI. am 7. Oktober 2010 an.

(rv 23.02.2013 mg)







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