D: „Eine dienende Kirche, die nicht Selbstzweck ist“
An diesem Mittwoch
ist es soweit: der 98. Deutsche Katholikentag in Mannheim beginnt. Selbst wenn der
populäre Benediktinerpater Anselm Grün, dessen Vorträge stets überfüllt sind, sein
Kommen aus gesundheitlichen Gründen absagen musste: Es wird ein großes Glaubensfest
mit mehreren Zehntausend Besuchern und gut 1.200 Veranstaltungen, von der Messe bis
zum Bibelkreis in intimer Runde. Es darf und wird dabei auch vieles diskutiert werden.
Denn der Katholikentag ist Teil des Dialogprozesses in der katholischen Kirche Deutschlands.
In Mannheim – und darüber hinaus - geht es weniger um Einzelfragen wie Priesterzölibat
oder Zugang zum Weiheamt, sagte uns Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees
der Katholiken, das den Katholikentag ausrichtet; vielmehr sei die zentrale Frage:
Wie können wir als Kirche dem Sendungsauftrag, dem Menschen unserer Zeit das Evangelium
zu vermitteln, besser gerecht werden?
„Der große gemeinsame Ruf oder das
gemeinsame Fazit der ersten Veranstaltung auf der Bundesebene in Mannheim war der
Ruf nach einer barmherzigen Pastoral. Das ist eine Signalthematik, denn zunächst sagt
dies ja offensichtlich, dass Pastoral heute weithin nicht so empfunden wird! Wir werden
beim Katholikentag beispielsweise in den Vordergrund stellen: Unser Leitbild ist eine
dienende Kirche! Kirche, die nicht Selbstzweck ist. Eine dienende Kirche für die Menschen
in ihren Nöten, in kritischen Lebenssituationen und sofort.“
Das Leitwort
des Katholikentages lautet diesmal „Einen neuen Aufbruch wagen“. Das beziehen die
Organisatoren vom ZdK sowohl auf die Kirche als auch auf die Gesellschaft. Gesellschaftlich
werde man sich in Mannheim mit Zukunftsfragen befassen: Wie wollen wir morgen leben,
welchen Fortschritt wollen wir? Und welches Wachstum ist ethisch vertretbar? Gleichzeitig
will der Katholikentag starke geistliche Akzente setzen, erinnert ZdK-Generalsekretär
Stefan Vesper.
„Der Katholikentag ist gleichzeitig ein großes Glaubensfest
mit Hunderten von Gottesdiensten und Gebeten, und ein Ort der Debatte, wie wir unsere
Kirche und unsere Gesellschaft im Sinne des Evangeliums weiter gestalten können –
und wie wir einen neuen Aufbruch wagen können!“