2012-05-15 13:54:51

D: „Eine dienende Kirche, die nicht Selbstzweck ist“


RealAudioMP3 An diesem Mittwoch ist es soweit: der 98. Deutsche Katholikentag in Mannheim beginnt. Selbst wenn der populäre Benediktinerpater Anselm Grün, dessen Vorträge stets überfüllt sind, sein Kommen aus gesundheitlichen Gründen absagen musste: Es wird ein großes Glaubensfest mit mehreren Zehntausend Besuchern und gut 1.200 Veranstaltungen, von der Messe bis zum Bibelkreis in intimer Runde. Es darf und wird dabei auch vieles diskutiert werden. Denn der Katholikentag ist Teil des Dialogprozesses in der katholischen Kirche Deutschlands. In Mannheim – und darüber hinaus - geht es weniger um Einzelfragen wie Priesterzölibat oder Zugang zum Weiheamt, sagte uns Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, das den Katholikentag ausrichtet; vielmehr sei die zentrale Frage: Wie können wir als Kirche dem Sendungsauftrag, dem Menschen unserer Zeit das Evangelium zu vermitteln, besser gerecht werden?

„Der große gemeinsame Ruf oder das gemeinsame Fazit der ersten Veranstaltung auf der Bundesebene in Mannheim war der Ruf nach einer barmherzigen Pastoral. Das ist eine Signalthematik, denn zunächst sagt dies ja offensichtlich, dass Pastoral heute weithin nicht so empfunden wird! Wir werden beim Katholikentag beispielsweise in den Vordergrund stellen: Unser Leitbild ist eine dienende Kirche! Kirche, die nicht Selbstzweck ist. Eine dienende Kirche für die Menschen in ihren Nöten, in kritischen Lebenssituationen und sofort.“

Das Leitwort des Katholikentages lautet diesmal „Einen neuen Aufbruch wagen“. Das beziehen die Organisatoren vom ZdK sowohl auf die Kirche als auch auf die Gesellschaft. Gesellschaftlich werde man sich in Mannheim mit Zukunftsfragen befassen: Wie wollen wir morgen leben, welchen Fortschritt wollen wir? Und welches Wachstum ist ethisch vertretbar? Gleichzeitig will der Katholikentag starke geistliche Akzente setzen, erinnert ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper.

„Der Katholikentag ist gleichzeitig ein großes Glaubensfest mit Hunderten von Gottesdiensten und Gebeten, und ein Ort der Debatte, wie wir unsere Kirche und unsere Gesellschaft im Sinne des Evangeliums weiter gestalten können – und wie wir einen neuen Aufbruch wagen können!“

(rv 15.05.2012 gs)







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