2010-08-23 15:51:10

Uno-Gedenktag: Kampf gegen moderne Formen der Sklaverei


RealAudioMP3 Von Menschenhandel über Zwangsprostitution bis Schuldknechtschaft – Sklaverei hat heute viele Gesichter und ist weltweit immer noch verbreitet. 2,7 Millionen Menschen sind derzeit global von Menschenhandel und Ausbeutung betroffen; der Verdienst aus dem Geschäft beläuft sich Schätzungen zufolge auf 32 Milliarden Dollar. Mit einem Internationalen Gedenktag erinnern die Vereinten Nationen an diesem Montag an Sklaverei und Formen menschlicher Unterdrückung. Die Abschaffung der Sklaverei begann erst ab dem späten 18. Jahrhundert, doch neue Formen des Phänomens finden sich bis heute in vielen Ländern der Welt. Dazu hat auch die Globalisierung beigetragen. Jean Leonard Touadì vom Lehrstuhl für Geopolitik und Geschichte Afrikas von der Uni Bologna:

 
„Das Phänomen der Globalisierung macht die Bewegung von Menschenmassen und damit auch den transnationalen Menschenhandel leichter möglich. Menschenhändler haben international verstanden, wie sie die Globalisierung mit ihren kommunikativen Möglichkeiten und Transportwegen ausnutzen können. Die Wege und die kriminellen Drahtzieher sind allgemein bekannt, aber Gegenmaßnahmen reichen auf nationaler Ebene vor diesem Hintergrund nicht mehr aus. Es fehlt eine transnationale Gesetzgebung, die Prävention betreibt und zugleich akut durchgreift. Da ist noch viel zu tun.“

 
Gesetzliche Grundlagen für Sklaverei gibt es seit 1968 in keinem Land der Erde mehr. Dennoch wird sie betrieben; selbst in Europa sind der Sklaverei ähnliche Formen von Unterdrückung bis heute nicht verschwunden. Jüngstes Beispiel ist die Ausbeutung illegaler Einwanderer in Süditalien. Auch der Menschenhandel macht dem Mittelmeerstaat zu schaffen. Dazu Touadì:

 
„Italien hat vor zwei Monaten das europäische Protokoll zum Menschenhandel unterschrieben, um seine Gesetzgebung anzupassen. Aber es bleibt noch viel zu tun, um zwischen Migration und Menschenhandel zu unterscheiden.“

Mit einem Programm zur Eindämmung des modernen Sklavenhandels versucht die Unesco in der letzten Zeit, verstärkt gegen das Phänomen vorzugehen. Dabei wird mehr und mehr die internationale Gemeinschaft in die Pflicht genommen, denn national sind das Phänomen und seine Auswüchse nur schwer zu bekämpfen. Das bestätigt auch der Präsident der italienischen Kommission der Unesco, Giovanni Puglisi:

 
„Das ist ein sehr wichtiges Programm, das kulturelle Interessen verschiedener Länder verbindet, um Bewusstsein für das Problem zu schaffen. Und es will weiter an heutige Formen der Sklaverei erinnern.“

 
(rv/savethechildren/unesco 23.08.2010 pr)










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