Uno-Gedenktag: Kampf gegen moderne Formen der Sklaverei
Von Menschenhandel
über Zwangsprostitution bis Schuldknechtschaft – Sklaverei hat heute viele Gesichter
und ist weltweit immer noch verbreitet. 2,7 Millionen Menschen sind derzeit global
von Menschenhandel und Ausbeutung betroffen; der Verdienst aus dem Geschäft beläuft
sich Schätzungen zufolge auf 32 Milliarden Dollar. Mit einem Internationalen Gedenktag
erinnern die Vereinten Nationen an diesem Montag an Sklaverei und Formen menschlicher
Unterdrückung. Die Abschaffung der Sklaverei begann erst ab dem späten 18. Jahrhundert,
doch neue Formen des Phänomens finden sich bis heute in vielen Ländern der Welt. Dazu
hat auch die Globalisierung beigetragen. Jean Leonard Touadì vom Lehrstuhl für Geopolitik
und Geschichte Afrikas von der Uni Bologna:
„Das Phänomen
der Globalisierung macht die Bewegung von Menschenmassen und damit auch den transnationalen
Menschenhandel leichter möglich. Menschenhändler haben international verstanden, wie
sie die Globalisierung mit ihren kommunikativen Möglichkeiten und Transportwegen ausnutzen
können. Die Wege und die kriminellen Drahtzieher sind allgemein bekannt, aber Gegenmaßnahmen
reichen auf nationaler Ebene vor diesem Hintergrund nicht mehr aus. Es fehlt eine
transnationale Gesetzgebung, die Prävention betreibt und zugleich akut durchgreift.
Da ist noch viel zu tun.“
Gesetzliche Grundlagen für
Sklaverei gibt es seit 1968 in keinem Land der Erde mehr. Dennoch wird sie betrieben;
selbst in Europa sind der Sklaverei ähnliche Formen von Unterdrückung bis heute nicht
verschwunden. Jüngstes Beispiel ist die Ausbeutung illegaler Einwanderer in Süditalien.
Auch der Menschenhandel macht dem Mittelmeerstaat zu schaffen. Dazu Touadì:
„Italien
hat vor zwei Monaten das europäische Protokoll zum Menschenhandel unterschrieben,
um seine Gesetzgebung anzupassen. Aber es bleibt noch viel zu tun, um zwischen Migration
und Menschenhandel zu unterscheiden.“
Mit einem Programm zur Eindämmung
des modernen Sklavenhandels versucht die Unesco in der letzten Zeit, verstärkt gegen
das Phänomen vorzugehen. Dabei wird mehr und mehr die internationale Gemeinschaft
in die Pflicht genommen, denn national sind das Phänomen und seine Auswüchse nur schwer
zu bekämpfen. Das bestätigt auch der Präsident der italienischen Kommission der Unesco,
Giovanni Puglisi:
„Das ist ein sehr wichtiges Programm,
das kulturelle Interessen verschiedener Länder verbindet, um Bewusstsein für das Problem
zu schaffen. Und es will weiter an heutige Formen der Sklaverei erinnern.“