2006-09-01 15:03:45

Deutschland: Aktionen am Antikriegstag


RealAudioMP3 Der 1. September ist in Deutschland dem Weltfrieden gewidmet – bundesweit findet heute der Antikriegstag statt. Er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem deutschen Überfall auf Polen 1939. Am Antikriegstag wird traditionell der Aachener Friedenspreis verliehen. Dieser Preis ehrt seit 1988 Menschen, die sich an der Basis für Frieden und Völkerverständigung einsetzen.
Der mit 1.000 Euro dotierte Friedenspreis geht in diesem Jahr an Verein "Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren". Der Verein setzt zwei Schwerpunkte, erklärt der Vorsitzende, Frank Gockel:

„Ein Schwerpunkt ist, dass wir in das Gefängnis hineingehen, mit den Gefangenen sprechen und ihnen bei den verschiedensten Problemen helfen. Schreib- und Lesehilfe zum Beispiel, denn selbst wenn ein Gefangener deutsch spricht, ist es immer noch schwierig, das Beamtendeutsch zu entziffern. Wir versuchen auf die Schriftstücke von Behörden Antworten zu finden, wir begleiten sie in dem Gerichtsverfahren und stellen Kontakt zu Freunden, Bekannten und Anwälten her. Wir sprechen mit Politikern und halten Vorträge zu dem Thema mit dem Ziel, dass Vorurteile gegen Abschiebehaft abgebaut werden.“

Der Friedenspreis wird heute Abend in Aachen verliehen – die Laudatio hält der Schriftsteller Günter Wallraff. Anlässlich des Antikriegstages finden bundesweit Veranstaltungen statt. Viele Organisationen möchten den Wert des Weltfriedens mit Mahnwachen, Vorträgen oder Diskussionsrunden ins Gedächtnis rufen und gegen Krieg und Unterdrückung mobilisieren. Heute ist „kein Tag zum Feiern“, sagt der Generalsekretär von Pax Christi Deutschland, Reinhard Voss. Sorgen überschatten den Antikriegstag:

„Gerade spitzt sich wieder vieles zu – nachdem das Ultimatum an den Iran gestern abgelaufen ist und die internationalen Spannungen in Nahost nicht abnehmen, ist das ein Tag an dem wir sehr beunruhigt sind. Aber wir möchten schon deutlich machen, dass dies ein Friedenstag ist. Antikriegstag ist die Herausforderung, aber wir müssen deutlich machen, welche Visionen wir haben.“ (domradio/rv 01.09.06 sis)








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